Habakuk
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In der Kürze liegt die Würze –
HABAKUK legt mit „So viel“ erstmals eine Maxi-CD vor

Besprechung von Dr. Lutz Riehl zur CD "So viel"

Wenn eine Band auf eine 38-jährige Geschichte zurückblicken kann, in der sie sich eine treue Fangemeinde erspielt und 18 Alben vorgelegt hat, steigt naturgemäß die Spannung, wenn eine Neuveröffentlichung ansteht. Bei der Band HABAKUK ist dies auch gerechtfertigt, durften das Publikum sich doch stets auf eine breite Auswahl an neuen Liedern freuen.

Vor diesem Hintergrund mag das Erscheinen des jüngsten Albums bei einigen Fans zumindest Irritation ausgelöst haben. Mit fünf Titeln und insgesamt 19:33 Minuten Musik präsentiert HABAKUK mit der Maxi-CD So viel das bislang kürzeste Album ihrer Bandgeschichte. Wer aber nach dieser ersten Verwunderung die Ohren aufmacht und in die CD hinein hört, wird rasch feststellen, dass es bei guter Musik weder auf Menge noch auf Länge ankommt, hier mag durchaus das alte Sprichwort zutreffen: In der Kürze liegt die Würze. Und das Ergebnis gestaltet sich in der Tat als eine ebenso geschmackvolle wie anregende Würzmischung, die es versteht, unterschiedliche musikalische Vorlieben zu bedienen.

So verstehen es die ersten beiden, von Jan Koslowski komponierten, Lieder mit ihrer schwungvollen Darbietung mitzureißen; hierbei greift „So viel“, das Titellied der CD, das Motto des Evangelischen Kirchentages 2013 auf – So viel du brauchst. Das zweite Lied „Atme in uns, Gottes Geist“ erweist sich energisches und wachrüt-telndes Pfingstlied, das das Wirken von Gottes Geist in uns besingt. Zwei schöne Beispiele dafür, wie kraftvoll Lieder des Glaubens auch in unserer Zeit sein können. Wesentlich leisere und innige Töne schlägt die schlicht begleitete Ballade „Die Hoffnung zerbrochen“ an, in ihr wird das Resümee gezogen, dass bei allen Unwäg-barkeiten des Lebens letztlich Gott es ist, der uns in seiner Hand hält; die Hoffnung ist zerbrochen, aber nicht gestorben.

Die letzten beiden Lieder, für deren Musik Andreas Neuwirth verantwortlich zeichnet, sind im Andenken an zwei zentrale Persönlichkeiten entstanden. Mit „Verrückt nach Licht“ verneigt sich HABAKUK vor der 2003 verstorbenen Theologin Dorothee Sölle, die der Band in Freundschaft verbunden war. „I have a dream“ ist, wie der Titel bereits vermuten lässt, eine Hommage an den 1963 ermordeten Martin Luther King, und gehört zu den wenigen englischsprachigen Titeln, die man auf HABAKUK-Alben findet. Zwei Lieder, die ohne Zweifel ebenfalls ihre Freunde finden werden.

Dennoch bleibt die Frage, weshalb es HABAKUK für dieses Mal bei fünf Liedern belassen hat. Für Eugen Eckert, der erneut für sämtliche Liedtexte verantwortlich zeichnet, hat dies zwei Gründe, wie er im Beiheft zur CD darlegt. So ist diese CD einerseits als eine Art „Sabbatical“ zu verstehen, andererseits bildet sie aber auch einen Anlauf für das Jahr 2015, in dem die Band ihren vierzigsten Geburtstag feiert. Wenn diese Maxi-CD also nur ein Anlauf ist, dann darf man auf den großen Satz gespannt sein. Eine CD voll purer Vorfreude.

Lutz Riehl

Ein Fenster zum Himmel

Habakuk-Flyer 2015/16
CD "Jetzt"